horizonte 48: Partei

Cover48_800px»Gäbe es Parteien nicht, man müsste sie erfinden – nein: Sie würden von selbst entstehen …«
Wer nicht glaubt, was Bundespräsident Johannes Rau vor zehn Jahren über die Bedeutung von Parteien gesagt hat, sollte in die Gesichter der Menschen schauen, die die Titelseite unserer aktuellen horizonte-Ausgabe zeigt: Ein etwas unsicherer Stolz, ein ungläubiger Mut im Bewusstsein einer unerhörten Selbstermächtigung, Hände die ineinander greifen – nur die besten Kleider sind gut genug für diesen Moment: Als sich Arbeiter, Steinhauer, Schneider, Maurer, Zimmerleute mit ihren Frauen und Kindern 1893 in Waren zusammenfinden und einen örtlichen Arbeiterfortbildungsverein gründen.
Ob sich diese Energie und Zuversicht auch bei den Menschen wieder finden lässt, die sich in unseren Zeiten an den langen Tischreihen der heutigen Parteitage versammeln?
In jedem Fall ist die Parteinahme – also die Kraft der Teilhabe für etwas – in der Welt und wird dort immer wieder aufflammen, wo Menschen über Einzelinteressen hinaus nach größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen und nach dauerhaften Verbündeten streben.

Lesen Sie in der horizonte 48:

Im Herbst der Volksparteien? von Franz Walter
Die beiden großen Volksparteien haben im Laufe der letzten 25 Jahre fast die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Sie wirken labil, apathisch, wenig originell. Warum eigentlich?

Parteien in der Zeitmaschine von Stephan Bliemel
Ein Blick in die Urgeschichte unserer Parteien zeigt die existenziellen Auseinandersetzungen, aus denen sie hervorgegangen sind. Wir können froh sein, dass diese Zeiten vorbei sind.

»Ich bin kein Parteienhasser« – Ein Interview mit  Roland Methling
Geht es eigentlich auch ohne Parteien? Wir fragen Roland Methling, den parteilosen Rostocker Oberbürgermeister, der als Kritiker der etablierten Rostocker Parteien gilt.

Viele Worte um wenig von Arne Boecker
Es heißt: Sprache formt unser Denken. Schön wäre allerdings, wenn es auch anders herum klappen würde. Wie Parteien mit Sprache umgehen, zeigen uns einige aktuelle Beispiele.

Warum aus dem Neuen Forum keine neue Partei wurde von Martin Klähn
Im Herbst 1989 gründete sich das Neue Forum, um die DDR zu verändern. Bald darauf hatte es über 10.000 Mitglieder. Dennoch entstand aus der Bewegung kein Partei

»Weiteres Pipapo ist zu empfehlen …« – Ein Interview mit Björn Wieland
Bei der EU-Wahl stimmten über 180.000 Menschen für Die PARTEI, wodurch sie einen Sitz im EU-Parlament erhielt. Wir sprachen mit dem MV-Landesvorsitzenden.

Simulative Demokratie? von Erik Gurgsdies
Die demokratischen Werte genießen in Deutschland ein ungebrochen hohes Ansehen. Die Wahlbeteiligung und das Engagement in den Parteien lässt jedoch nach. Warum?

De Partei-Kierl kümmt! vun Susanne Bliemel
1945 wier ok för de Parteien in’t sowjetisch besett’e Mäklenborg de Stunn Null. Antifaschistisch-demokratisch süll dat blot utseihn.

Gegen den Strom: FDP von Silke-Maria Preßentin
Wer wird eigentlich in diesen Zeiten noch Mitglied der FDP? Zum Beispiel Michael Herud aus Schwerin!

Schnarchende Riesen von Udo Knapp
Parteien sind für jungen Menschen heute wenig attraktiv – auch weil unser Leben heute so gesichert scheint wie selten zuvor. Trotzdem brauchen wir sie. Ein Kommentar.

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