horizonte 45: Rauchen

horizonte45_Druck.inddRaten Sie doch einmal, wie viele Mitglieder der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern rauchen oder lange Zeit geraucht haben.

Die Antwort lautet: sechs von neun. Das würde eine ansehnliche »Cabinet«-Sitzung ergeben. Das Erstaunliche daran aber ist, dass Sie wahrscheinlich kein Foto eines rauchenden Ministers oder einer rauchenden Ministerin finden werden. Während in früheren Zeiten das öffentliche Rauchen ein Symbol für Aufbruch und Avantgarde war – für die Künstler der Jahrhundertwende, für die Arbeiter im frühen Kapitalismus, für die Frauen der Emanzipationsbewegung – ist es heute zum vermeintlich antisozialen Laster verkommen. Das Verhalten von Politikern ist hierfür ein Beleg, da sie meist ein gutes Gespür für ihre eigene öffentliche Wirkung entwickelt haben.

Während Rauchverbote in den vergangenen Jahrhunderten in der Regel von den Herrschenden erlassen wurden, ist es heute die sendungsbewusste Meinungsmacht der Bevölkerungsmehrheit, die den Druck auf die Raucher erhöht. Das macht das Rauchen auch zu einem politischen Thema mit Grundsatzcharakter, denn hierbei wird die Frage nach den Zielen des Gemeinwesens und der Selbstbestimmung des Einzelnen verhandelt. Eine Frage, die alle – ob Raucher oder Nichtraucher – etwas angeht.Lesen Sie in der horizonte 45:

»Gelbe Bergziegen« aus Kaliningrad von Arne Boecker
Fast die Hälfte der in Ostdeutschland gerauchten Zigaretten sind Schmuggelware. Der Weg führt über Mecklenburg-Vorpommern

Rauch, Schweiß und Tränen von Silke-Maria Preßentin
Seit 2008 gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern der Nichtraucherschutz in Kneipen und Gaststätten. Gäste und Wirte haben sich damit auf vielfältige Weise arrangiert.

Rauchen gegen die SuchtEin Interview mit Helmut Gürtler
Für Suchtkranke, die von harten Drogen loskommen wollen, ist das Rauchen oft eine hilfreiche Ersatzbefriedigung. Man sollte es ihnen zugestehen.

Friedenspfeifen von Susanne Bliemel
Virginia, Havanna, Orient Xanthi, Latakia Peremochez oder Rote Front Saat heißen die Tabaksorten, die heute wieder zum Selbstanbau angepriesen werden. Keine neue Landlust!

Viel Schall um Rauch
Das Rauchen hat seit Jahrhunderten Dichter, Denker und solche, die sich dafür hielten, zu so manchem Bonmot veranlasst. Eine Auswahl.

Streit von Anfang an von Erik Gurgsdies
Seit mindestens 500 Jahren ist das Rauchen ein heiß umkämpftes gesellschaftspolitisches Thema. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Kleiner Ratschlag von Axel Mitlöhner
Etwa sieben Millionen Menschen versuchen jährlich in Deutschland, mit dem Rauchen aufzuhören.  Ein Einzelschicksal …

Leidenschaft oder Dummheit? von Udo Knapp
Die rauchenden Intellektuellen faszinieren uns zwar, haben aber keine gesellschaftliche Bedeutung. Denn Rauchen produziert nichts als dummes, vermeidbares Elend. Ein Kommentar.

Krischan mit der Piepe von Wilhelm Busch
In’t 19. Johrhunnert hüürte Hanf in binah jeden Buerngorden un so gellt Krischan as Bispill för dat Haschisch-Schmoeken.

Es ist genug! von Stephan Bliemel
Aus dem berechtigten Kampf um den Schutz der Nichtraucher ist ein unwürdiger Kreuzzug gegen das Recht auf Selbstbestimmung des Einzelnen geworden. Es ist Zeit für eine Abrüstung.

Wladimir Majakowski: Ich Glücklicher!
Gedicht. Aus dem Russischen übertragen von Susanne Bliemel

Smoke around the world …
Ob in Belgien, Indien, der Mongolei oder Ecuador – Glimmstengel sind in aller Munde. horizonte-Fotograf Sebastian Maiwind durchforstete seine Negative und stieß auf diese Exemplare.

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